Frage des Monats

Hochzeit der Giganten – "Baysanto"?
  Der deutsche Chemieriese Bayer will den weltweit führenden Hersteller von Gentechnik-Saatgut Monsanto für 66 Milliarden US-Dollar kaufen. Am Weltmarkt wäre Bayer dann die Nummer eins für Saatgut und Spritzmittel. “Baysanto” sagen, sie wollen dazu beitragen, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Kritiker meinen, es gehe vor allem darum, Geld zu verdienen. Denn Bayer will den hohen Kaufpreis für Monsanto durch den Vertrieb seiner Produkte ja auch wieder einnehmen. Das heißt noch mehr Gentechnik und noch mehr Pestizide auf dem Acker. Mehr Nahrungsmittel auf den Tellern der Hungernden bedeutet der Zusammenschluss nicht automatisch. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager könnte die Großfusion verhindern.

Wie würdest Du entscheiden?

 

Antwort Stimmen
Ich finde den Zusammenschluss gut. Wenn Saatgut und Pestizide aus einer Hand kommen, kann gezielter geforscht und der Bedarf in der Landwirtschaft besser bedient werden. So können mehr Nahrungspflanzen geerntet und der Hunger in der Welt gestillt werden.26.53%
(13)
Der Zusammenschluss sollte verhindert werden, denn “Baysanto” wird den Zugang zu freiem Saatgut für Landwirte weiter einschränken. Freies Saatgut ist für Kleinbauern besonders im Süden wichtig. Sie liefern den Großteil der weltweiten Nahrung.18.37%
(9)
Kann ich nicht beurteilen.55.1%
(27)

Frühere Umfragen

"Gen Over" bei Lidl

Vor zwei Jahren hatten wir Euch zu den Greenpeace-Protesten bei Lidl befragt. Der Discounter wollte Gentechnik in seinem Sortiment tolerieren. Heute wirbt er mit „Gen over“: Nach und nach will er die Milchprodukte, ähnlich wie andere Supermarktketten, freiwillig mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“ anbieten. Das Siegel wird dann vergeben, wenn die Tiere, von denen die Milch stammt, nicht mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. Noch landet Gentechnik nämlich bei vielen Tieren, deren Fleisch oder Eier wir essen, im Futtertrog.

Wie denkst Du über diesen Wandel?    

19,33%  (46)

 

Ich finde ihn gut, weil er zeigt, dass Proteste gegen Gentechnik Wirkung zeigen. Wir sollten dranbleiben.

42,44%  (101)

 

Besser wäre es, wenn auf allen tierischen Lebensmitteln draufstehen müsste, falls die Tiere mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. Dazu müssten Gesetze geändert werden.

 

22,69%  (54)

 

Halte ich für Quatsch. Solange das Gentechnik-Soja aus Brasilien am billigsten ist, sollen es die Bauern auch verwenden können.

5,04%  (12)Interessiert mich nicht, weil ich sowieso Bioprodukte kaufe. Da dürfen die Tiere nicht mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden.
10,50%  (25)Kann ich nicht beurteilen.

Wie gefällt Euch unsere neue Schul-Seite?

Seit dem 1. Juni 2016 sieht www.schule-und-gentechnik.de anders aus: Wir wollten die Seite nicht nur übersichtlicher machen, sondern auch praktischer für Geräte mit kleinem Bildschirm, z.B. Smartphones. Wir sind zufrieden, doch wie gefällt dir das neue Design?

Was meinst Du?    

36,67%  (11)

 

Die neue Seite gefällt mir, sowohl das Design als auch die Übersichtlichkeit sind besser als vorher!

13,33%  (4)

 

Die Seite sieht gut aus, aber ich finde trotzdem nicht immer das, was ich suche.

 

0%  (0)

 

Die Seite ist sehr übersichtlich, aber das Design ist nicht so mein Geschmack.

10%  (3)Mir gefällt die neue Seite nicht so gut.
40%  (12)Kann ich nicht beurteilen.

Gentechnik-Lachs auf dem Teller

Gentechnik-Lachs ist die erste Tierart, die als Nahrungsmittel zugelassen wurde. (Foto: pixabay, CC0)

In den USA wurde vor Kurzem das erste Gentechnik-Tier als Nahrungsmittel zugelassen: Es handelt sich um einen Lachs, der aufgrund der eingebauten DNA anderer Lachse schneller wachsen soll. Nun kann er in amerikanischen Supermärkten im Tiefkühlregal liegen. Die Verbraucher können das jedoch nicht erkennen, weil es in den USA - anders als in der Europäischen Union - keine Kennzeichnung für gentechnisch veränderte Lebensmittel gibt. Einige Supermärkte haben aber schon angekündigt, dass sie den Lachs nicht verkaufen werden. Neben einem höheren Allergierisiko befürchten Kritiker des Gentechnik-Lachses, dass dieser aus den Zuchtanlagen entkommen und Wildlachsen gefährlich werden könnte. Befürworter meinen hingegen, durch das schnellere Wachstum könne man günstiger mehr Fisch produzieren.

Was meinst Du?    

47,33%

(115)

 

Tiere sollten generell nicht gentechnisch verändert werden. Ich möchte diesen Lachs auf keinen Fall essen. Stattdessen sollte man auf umweltschonende Fischerei und -zucht setzen.

21,40%

(52)

 

Ich hätte kein Problem damit, wenn man beim Einkaufen klar sehen könnte, ob es sich um normalen oder um Gentechnik-Lachs handelt. Dann kann jede/r essen, was er/sie will.

 

26,75%

(65)

 

Ist doch super, dass es jetzt schneller wachsenden Lachs gibt. Ich würde den auch gern mal probieren.

4,53%

(11)

Kann ich nicht beurteilen.

Neue Gentechniken: Beteiligung nicht erwünscht

Die neuen Techniken nutzen den Reparaturmechanismus der Zellen aus (Grafik: Informationsdienst Gentechnik)

„Genome Editing“ erfreut sich bei den Gentech-Firmen immer größerer Beliebtheit. Dabei geht es um neue Techniken, mit denen die DNA von Pflanzen verändert wird. Ob es sich dabei um Gentechnik handelt, diskutieren zurzeit die Behörden. Die Öffentlichkeit, also beispielsweise Universitätsforscher, Aktivisten und Medien, sollen am besten nicht mitreden - ein deutsches Amt versicherte einer Firma, es werde  „keinerlei Beteiligung oder aktive Information der Öffentlichkeit“ geben. Das kam nun aber ans Licht.

Was meinst Du?    

18.87%

(10)

 

Finde ich richtig! So können solche Beurteilungen deutlich schneller vonstattengehen und die Experten der Behörde sich in Ruhe austauschen.

43,4%

(23)

Finde ich falsch! Bei einer solch sensiblen Beurteilung müssen viele verschiedene Meinungen und Bewertungen auch von externen Experten zu Rate gezogen werden.

 

37,74%

(20)

Kann ich nicht beurteilen.

Experiment mit Gentechnik-Reis

Vorsicht Gentech-Reis! (Foto: Global 2000 / bit.ly/1TH9DwN, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/de/)

Mehrere Schulkinder bekamen in China vor einigen Jahren gentechnisch veränderten Reis zu essen. Wissenschaftler aus den USA und China wollten testen, ob sich dadurch die Versorgung mit Vitamin A verbessern lässt. Das Problem: anscheinend war nicht allen Kindern (Alter: 6-8 Jahre) und ihren Eltern klar, dass der Reis mittels Gentechnik hergestellt war. Die wissenschaftliche Zeitschrift, die die China-Studie 2012 veröffentlichte, hat sie im Juli 2015 - nach einem juristischen Streit mit den Autoren - zurückgezogen. Sie bemängelte, die Forscher könnten nicht ohne Zweifel belegen, dass sie alle Eltern vollständig informiert und alle Standards eingehalten hatten. 

Was meinst Du?    

50,59%

(43)

 

Finde ich richtig! Wer Experimente mit Gentechnik-Nahrung durchführen will, sollte das den Versuchspersonen - bzw. den Eltern - vorher auch klar machen. Alles andere ist unehrlich!

40%

(34)

Finde ich falsch! Wenn es um mögliche Lösungen für gesundheitliche Probleme wie Vitaminmangel geht, muss die Forschung schnell und unkompliziert voran kommen.

 

9,41%

(8)

Kann ich nicht beurteilen.

Gentechnisch veränderter Eukalyptus

Eukalyptus-Plantage (Foto: pixabay, CC0)

In Brasilien dürfen seit Kurzem gentechnisch veränderte Eukalyptus-Bäume angepflanzt werden. Das freut Hersteller von Papier, die sich von den Gentechnik-Bäumen mehr und günstigeres Holz versprechen.

Umweltschützer warnen hingegen vor einer unkontrollierbaren Ausbreitung der veränderten Baum-DNA; brasilianische Imker sorgen sich um ihren beliebten Eukalyptus-Honig.

 

Was meinst Du?    

50%

(61)

 

Finde ich nicht gut! Pollen und Samen der Gentechnik-Bäume können sich durch Wind oder Vögel über viele Kilometer ausbreiten - mit ungewissen Folgen. Außerdem werden sie sicher in umweltschädlichen Plantagen angebaut, vielleicht sogar im Regenwald.

44.26%

(54)

Finde ich gut! Wenn Bäume mehr Holz liefern, können die Flächen für den Anbau vielleicht kleiner werden und so Regenwald verschont bleiben. Außerdem kann die Papierindustrie Arbeitsplätze in Brasilien schaffen.

 

5.74%

(7)

Weiß nicht.

Mehr zu Gentechnik-Bäumen kannst Du hier lesen.

Antibiotika bei Gentechnik-Insekten

Anopheles gambiae (Foto: James D. Gathany / Kpjas at en.wikipedia [Public domain], Wikimedia Commons)

Gentechnisch veränderte Insekten, beispielsweise Moskitos oder Fruchtfliegen, werden als Mittel zur Verkleinerung von Schädlingspopulationen beworben. Dazu werden den Insekten Gensequenzen eingebaut, die bei ihrem Nachwuchs zum Tod führen sollen. Paaren sich die Gentechnik-Exemplare mit natürlichen Artgenossen, überlebt die nächste Generation das Larvenstadium nicht – so zumindest die Theorie von Herstellerfirmen, die in Brasilien und Panama bereits Millionen der Tierchen zu Testzwecken freigelassen haben.

Doch damit die Gentechnik-Moskitos nicht schon im Labor sterben, wo sie vermehrt werden, wird ihnen ein Antibiotikum verabreicht. Mit der Zeit gewöhnen sich die Bakterien im Magen der Insekten an das Medikament. Umwelt- und Verbraucherschützer warnen, damit könnten die ohnehin besorgniserregenden Antibiotika-Resistenzen noch weiter zunehmen. Können Medikamente diesen Krankheitserregern erst einmal nichts mehr anhaben, entsteht auch für Menschen eine bedrohliche Situation, insbesondere für geschwächte Patienten, die sich z.B. von einer Operation erholen. In der EU sterben laut Europäischer Kommission circa 25.000 Menschen pro Jahr an solchen Infektionen. Manche Ärzte rechnen mit deutlich mehr.

Was meinst Du?    

46,07%

(41)

 

Die Risiken werden über-, der Nutzen der Gentechnik-Tiere unterschätzt. Ihre Freisetzung ist einen Versuch wert, denn damit könnten Moskitos, die das Dengue-Virus übertragen oder für Obstplantagen schädliche Insekten bekämpft werden.

49.44%

(44)

Dass die Gentech-Moskitos Antibiotika bekommen, ist ein weiteres unnötiges Risiko. Man sollte auf herkömmliche Alternativen wie Netze, Duftfallen oder Unfruchtbarmachen durch Bestrahlung setzen.

 

4.49%

(4)

Kann ich nicht beurteilen.

Züchtung ohne Gentechnik günstiger und erfolgreicher?

In Deutschland sind über 200 Kartoffelsorten vom Bundessortenamt zugelassen (Foto: Simone Knorr)

Gentechnik-Fans meinen, Pflanzen mit besserer Fitness (z.B. gute Ernten auch in Dürreperioden oder bei Überschwemmungen) sind dank Gentechnik in greifbarer Nähe. Gegner sagen, diese Eigenschaften sind zu komplex, um sie mit einzelnen Gen-Bausteinen zu erreichen. In den Niederlanden ist einem Züchter nun auf ganz „normalem“ Wege gelungen, woran in Gentech-Laboren seit Langem gearbeitet wird. Er hat eine Kartoffelpflanze gezüchtet, die widerstandsfähig gegen Salz ist. Das ist wichtig, da gerade in armen Ländern, die oft stark vom Klimawandel betroffen sind, viele Böden versalzen und immer weniger Süßwasser zur Verfügung steht. Die neuen Kartoffeln können auch mit verdünntem Meerwasser gegossen werden. Erfolg hatte der Züchter durch simples Ausprobieren und Testen bereits vorhandener, nicht gen-manipulierter Kartoffelsorten. Aus Sicht von High-Tech-Laborspezialisten klingt das vielleicht nicht so verlockend.

Was denkst Du?    

40%

(42)

 

Es ist toll, dass mit einfachen Mitteln so wichtige Fortschritte gelingen, die auch Kleinbauern in armen Ländern helfen. Dadurch könnte viel Geld gegenüber der teuren Gentechnik-Forschung eingespart und sinnvoll genutzt werden.

49.52%

(52)

Gut und schön, aber trotzdem ist Gentechnik-Forschung nötig, da dadurch andere Eigenschaften erreicht werden könnten, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Außerdem geht es auch um Arbeitsplätze in den Laboren und den Biotech-Firmen.

 

10.48%

(11)

Kann ich nicht beurteilen.

Putzmittel mit Öl von Gentechnik-Algen

Der Waschmittelproduzent Ecover sorgte mit der Ankündigung für Aufregung, er wolle das Palmöl in einigen Produkten durch Algenöl ersetzen. Prinzipiell eine gute Idee, denn für Palmöl wird oft Regenwald gerodet. Aber: das neue Öl sollte von Algen stammen, deren Erbgut gentechnisch verändert wurde. Nicht nur mit "normaler" Gentechnik, sondern mit Synthetischer Biologie. Darunter versteht man unter anderem, mit Computersoftware völlig neue DNA zu entwerfen. Kritiker nennen das "extreme Gentechnik". Ecover hat die Tests mit dem Algenöl vorerst auf Eis gelegt, um mit verschiedenen Gruppen und Wissenschaftlern darüber zu diskutieren.

Was denkst Du?    

42.17% (35)

Was soll daran schlimm sein? Die Algen sind in geschlossenen Tanks und gelangen nicht in die Umwelt. Für den Regenwald ist es auch besser.

42.17%

(35)

Ich bin skeptisch, denn die Synthetische Biologie geht weiter über bloße Gentechnik hinaus - mit unbekannten Folgen. Besser wäre es, nachhaltiges Öl von fair bezahlten Bauern zu verwenden.

 

15.66%

(13)

Kann ich nicht beurteilen.

Hinweis: An einigen Tagen wurde diese Frage des Monats sehr häufig beantwortet, teilweise mehrmals pro Sekunde und Dutzende Male pro Minute. Die Antworten stammten dabei jeweils von einer einzigen IP, u.a. aus den USA und aus Litauen. Wir müssen daher davon ausgehen, dass die Umfrage gezielt manipuliert wurde. Die betreffenden Antworten wurden gelöscht.

Protest gegen Gentechnik bei Lidl

Foto: Greenpeace München

Aus Protest: In 35 Städten haben Greenpeace-Aktivisten Warnhinweise auf Geflügelfleischprodukte, die bei Lidl im Kühlregal liegen, geklebt. Die Aufschrift: „Achtung! Bald mit Gen-Futter?“ Hintergrund: Der Supermarkt-Konzern verkauft künftig - wie auch Aldi und andere Konkurrenten - Eier und Fleisch von Hühnern und Puten, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. Verbraucher können das nicht erkennen, weil es bei tierischen Erzeugnissen keine Kennzeichnungspflicht gibt. 

Was hältst Du von solchen Aktionen?  

67,42%

(60)

Finde ich richtig! So lange man beim Einkaufen von Fleisch, Eiern oder Milch nicht erkennen kann, wie die Tiere gefüttert wurden, brauchen wir Aktionen wie diese. Damit werden auch viele Menschen erreicht, die sich darüber sonst keine Gedanken machen.

23,6%

(21)

Finde ich nicht gut! Solche Warnhinweise verunsichern die Menschen nur. Greenpeace und Co sollten sich andere Wege überlegen, ihre Ziele zu erreichen.

 

8,99%

(8)

Kann ich nicht beurteilen.

P.S.: Lidl und Aldi Nord haben mittlerweile angekündigt, zumindest bei Eiern weiter auf gentechnikfreies Futter zu setzen (Stand Juli 2014).

Lila Gentechnik-Tomaten

Lila Gentechnik-Tomaten (Foto: John Innes Centre, bit.ly/1TQNCxT)

In Kanada haben Forscher in ihrem Gewächshaus gentechnisch veränderte Tomaten geerntet – sie sind lila, weil ihnen ein Gen für einen Farbstoff eingebaut wurde. Dieser Farbstoff steckt von Natur aus zum Beispiel auch in Heidel-, Brom- und Johannisbeeren. Ihm wird von Wissenschaftlern eine krebshemmende Wirkung zugeschrieben.   Weil die Entwicklung und Zulassung von Gentechnik-Pflanzen sehr teuer ist, suchen die Forscher nun nach Investoren für ihre lila Tomaten. Währenddessen hat ein Bio-Züchter aus Deutschland lila Kartoffeln gezüchtet – auch sie enthalten den begehrten Farbstoff, und das ohne Gentechnik.

Was hältst Du von gentechnisch verändertem Obst und Gemüse?

31.82%

(28)

Ist doch toll, dass man mit der Gentechnik gesunde Stoffe in Lebensmittel einbauen kann. Vielleicht hilft es ja, Krankheiten vorzubeugen.

54.55%

(48)

Das ist unnötig, weil die Stoffe sowieso in der Natur vorkommen. Die Gentechnik-Varianten sind teuer, das Geld fehlt dann für andere Forschungsprojekte.

 

13.64%

(12)

Kann ich nicht beurteilen.

Große Koalition & Gentechnik

(Foto: © Deutscher Bundestag, Katrin Neuhauser)

(November 2013) Nach langen Verhandlungen haben sich die Parteien CDU, CSU (Bayern) und SPD geeinigt: sie wollen zusammen die neue Bundesregierung bilden. Beim Koalitionsvertrag wurde um jeden Satz gerungen - auch zur Agro-Gentechnik äußern sich die künftigen Regierungspartner. Einig sind sich die Parteien, dass die meisten Menschen in Deutschland keine gentechnisch veränderten Pflanzen wollen. So heißt es im Vertrag: „Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an.“

Trotzdem stritt die CDU mit CSU und SPD darüber, ob sie sich auch für ein Verbot solcher Pflanzen in Deutschland und Europa einsetzen wollen. Letztendlich entschieden sie sich dagegen. Hier war die CDU stärker, die Gentechnik-Anbau nicht generell ablehnt. Dafür wollen die Parteien „für eine EU-Kennzeichnungspflicht für Produkte von Tieren, die mit genveränderten Pflanzen gefüttert wurden“ eintreten. Das gibt es bisher nicht. Auf Verpackungen von Milch, Eiern, Käse und Fleisch muss nicht stehen, welches Futter die Tiere bekamen - dabei landen in vielen Trögen Gentechnik-Soja und -Mais. CDU, CSU und SPD sagen aber nicht, ab wann es eine Kennzeichnung geben soll.

Über das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen wird nun viel geschrieben und gestritten werden.

Wie ist Deine Meinung?

22,73%

(10)

Es ist gut, dass Schwarz-Rot den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht ablehnt. Deutschland muss flexibel bleiben, um mit anderen Ländern mithalten zu können, die Gentechnik erlauben.

38,64%   (17)

Das ist eine Enttäuschung! Obwohl CSU und SPD dafür waren, den Anbau von Gentechnik-Pflanzen zu verbieten, steht es jetzt nicht im Vertrag. Die CDU hätte nachgeben sollen, denn die meisten Menschen wollen keine Gentechnik auf dem Acker.

 

22,73%

(10)

----------

 

15.91%

(7)

Hauptsache ist, dass die neue Regierung etwas an der Kennzeichnung ändern will. Wenn Tiere mit Gentechnik-Pflanzen gefüttert werden, soll das auch auf Milch, Eiern, etc. stehen. Dann kann man selbst entscheiden.

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 Das kann ich nicht beurteilen

Gentechnik gegen Spende

Kickstarter ist eine Plattform, auf der Projekte mittels Spenden finanziert werden können (Bild: kickstarter.com)

Viele kreative Projekte werden heutzutage durch "Crowdfunding" finanziert. Das bedeutet, dass viele kleine Spenden von Privatpersonen zusammen einen größeren Betrag ergeben, mit dem Künstler, Programmierer oder auch Wissenschaftler eine bestimmte Arbeit bewerkstelligen können. Oft werden dafür kleine Belohnungen an die Spender vergeben.

Eine der bekanntesten Crowdfunding-Plattformen ("Kickstarter") hat nun seine Geschäftsbedingungen geändert. Ab sofort dürfen die Projektplaner keine gentechnisch veränderten Organismen (GVO) mehr als Belohnung an ihre Unterstützer verteilen. Hintergrund ist das Vorhaben von drei jungen Tüftlern aus den USA. Sie wollen mit einer speziellen Gentechnik-Methode Pflanzen zum Leuchten bringen. Über 480.000 Dollar (360.000 Euro) bekamen sie von Kickstarter-Nutzern gespendet. Allen, die mehr als 40 Dollar spendeten, versprachen die drei ein Tütchen voller Pflanzensamen. Kritiker warnten, dadurch könnten künstlich erzeugte Organismen unkontrolliert in die Natur gelangen - mit unklaren Folgen. Denn keiner könnte verhindern, dass einige der tausenden Empfänger ihr Saatgut im Freien nutzen.

Wie ist Deine Meinung?

36,96%

(17)

Schade, ich hätte auch gerne ein paar Euro für neuartiges Gentechnik-Saatgut ausgegeben. Leucht-Pflanzen für meinen Garten!

54,35%   (25)

Gut so. Niemand weiß, was passiert, wenn solche gentechnisch veränderte Pflanzen ohne vorherige Sicherheitskontrollen freigesetzt werden. Ich würde mein Geld lieber für sinnvollere Projekte spenden.

 

8,7%

(4)

Das kann ich nicht beurteilen.

Herbizide im Körper?

(Foto: vierdrie / stock.xchng)

Ein Medizin-Labor hat den Urin von 180 Stadtbewohnern aus 18 Ländern in Europa untersucht. Das Ergebnis: Fast die Hälfte der Testpersonen hatte Glyphosat im Körper. Glyphosat ist der Wirkstoff eines Herbizids (Mittel zur Unkrautbekämpfung), das in der Landwirtschaft, aber auch in Gärten und öffentlichen Anlagen verwendet wird. Es wird angenommen, dass es über Lebensmittel wie Getreide vom Menschen aufgenommen wird. Kritiker sagen, die Politik müsse nun handeln und die Verwendung des Mittels verbieten oder zumindest beschränken. Sie halten Glyphosat für gefährlicher als bisher angenommen. Andere, darunter eine deutsche Behörde, winken hingegen ab. Wenn das Mittel mit dem Urin ausgeschieden werde, richte es im Körper ja keinen Schaden an, vor allem in den kleinen Mengen, die gefunden wurden. Außerdem halten sie die Studie für nicht aussagekräftig, weil nur 180 Personen untersucht wurden, nicht mehrere Tausend. Glyphosat darf in der EU und Deutschland noch bis 2015 genutzt werden, dann wird neu entschieden.

Wie ist Deine Meinung?

61,11%

(11)

Ich möchte kein Unkrautbekämpfungsmittel im Körper, vor allem so lange nicht endgültig geklärt ist, wie sicher es ist.

33,33%   (6)

Wir sind ständig vielen verschiedenen Giften, Abgasen, Strahlung usw. ausgesetzt. Wenn wir uns wegen kleiner Mengen von Glyphosat im Urin sorgen machen, dürfen wir bald gar nichts mehr essen.

 

5,56%

(1)

Kann ich nicht beurteilen.

Öffnet freier Handel der Gentechnik Tür und Tor?

(Foto: Volker Gehrmann)

Politiker der Europäischen Union (EU) und der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) sprechen zurzeit über ein Freihandelsabkommen. Die Länder der EU und die USA gehören zu den reichsten der Welt. Ein Abkommen, das Zölle und Handelsvorschriften für Lieferungen von Waren aus und in die USA abbaut, würde aus Sicht vieler Politiker und Unternehmen dazu beitragen, dass der Wohlstand noch weiter wächst. Doch manche machen sich auch Sorgen: vor allem die relativ laxen Vorschriften, die in den USA bei der Fleischverarbeitung ("Chlorhähnchen") und dem Anbau von Gentechnik-Pflanzen (Nr. 1 bei Gentechnik-Flächen) gelten, sorgen bei vielen EU-Bürgern für Skepsis - denn es könnte passieren, dass das Freihandelsabkommen die strengeren Regeln der EU untergräbt.

Wie ist Deine Meinung?

16,5 %

(15)

Es ist gut, wenn Waren leichter zwischen USA und EU gehandelt werden können. Aber die EU-Vorschriften für Gentechnik, Tierhaltung und Fleischverarbeitung sollten so bleiben, wie sie sind. Dieser Bereich muss vom Freihandel ausgenommen werden.

  11 %   (10)

Der Freihandel bringt mehr Wohlstand für alle. Es sollte nicht an den Vorstellungen der Europäer, wie Landwirtschaft auszusehen hat, scheitern. Für so ein wichtiges Projekt müssen beide Seiten zu Kompromissen bereit sein - auch bei Gentechnik.

 

38.5% (35)

Das Abkommen ist unnötig. Es sorgt nur dafür, dass noch mehr Nahrung exportiert anstatt vor Ort verzehrt wird. Das sorgt für eine ständige Überproduktion, die Umwelt und Tiere belastet - und von der insbesondere die Gentechnik-Industrie profitiert.

34 % (31)

Kann ich nicht beurteilen.

Fleischverzehr und Gentechnik

(Foto: Fleischatlas)

Immer öfter wird der Konsum von Fleisch in den Medien im Zusammenhang mit Klimawandel, Landgrabbing und den Haltungsbedingungen der Tiere diskutiert. Im jüngst erschienen "Fleischatlas" wird deutlich, dass die Deutschen deutlich mehr Fleisch essen als Verbraucher anderer Industriestaaten. Als Futter für die Tiere dient hauptsächlich billiges Soja. Dieses stammt zu Großteilen von den Gentechnik-Plantagen Südamerikas, wo früher Regenwald wuchs.

Was meinst Du, können wir mit unserem Essverhalten Einfluss nehmen?

50%

(63)

Ja, wenn wir weniger Fleisch kaufen, muss weniger Gentechnik-Soja zu Futter verarbeitet und weniger Tiere in großen Ställen gemästet werden. Auch der Umwelt und den Kleinbauern in Südamerika ginge es dann besser.

26.98% (34)

Nein, wenn nur wenige auf Fleisch verzichten, ändert sich trotzdem nichts. Politik und Unternehmen müssen handeln.

 

18.25% (23)

Fleisch ist ein wichtiger Bestandteil unseres Speiseplans. Es ist wichtig, dass es sich jeder leisten kann. Das ist nur mit der günstigen Produktion der heutigen Landwirtschaft möglich.

4.76% (6)

Kann ich nicht beurteilen.

Patente auf Pflanzen und Tiere

(Foto: Kein Patent auf Leben)

In den letzten Wochen wurde viel über Patente auf Pflanzen und Tiere diskutiert. In Europa wurden bereits 2.000 Pflanzen und 1.200 Tiere unter Patentschutz gestellt - das heißt, sie werden wie eine Erfindung einer Firma oder eines Wissenschaftlers betrachtet. Nur diese Patentinhaber dürfen die Pflanze oder das Tier in der von ihnen "erfundenen" Form verkaufen. Da Patente teuer sind, haben sich vor allem große Unternehmen Pflanzen und Tiere gesichert. Manche davon sind gentechnisch verändert, aber nicht alle. Sorten von herkömmlichen Tomaten und Brokkoli wurden genauso patentiert wie gentechnisch veränderte Schimpansen. Befürworter halten solche Patente für wirtschaftlich notwendig, Kritiker sehen darin eine große Gefahr.

Was meinst Du?

11.11% (5)

Eine Erfindung ist ein wertvoller Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung. Ohne Patent würde sich diese Leistung nicht lohnen. Wir brauchen aber bessere Pflanzen und Nutztiere, die an künftige Bedingungen (Klimawandel) angepasst sind.

82.22% (37)

Pflanzen und Tiere sind zu wichtig um patentiert werden können. Wenn diese Lebensgrundlagen in der Hand weniger Unternehmen sind, geraten Landwirte und Verbraucher in eine Abhängigkeit, die sich nur für eine Seite lohnt.

 

6.67% (3)

Das kann ich nicht beurteilen

Gentechnik-Labors in Schulen

(Foto: Carsten Jünger / pixelio.de)

In Niedersachsen wurden an einigen Schulen mit Steuergeldern spezielle Labors eingerichtet, in denen Schülerinnen und Schüler laut der Landesregierung „durch Experimentieren mehr Wissen über Grüne Gentechnik“ bekommen sollen. Nun wird in dem Bundesland überlegt, weitere Schulen mit solchen Labors auszustatten. Die Befürworter der Bildungseinrichtungen sagen, damit könne das Thema Gentechnik für junge Menschen attraktiv und verständlich vermittelt werden. Aber Organisationen wie Greenpeace glauben, dass die umstrittene Technologie dort in einem möglichst positiven Licht erscheinen soll - denn die Mehrheit der Menschen in Deutschland und der EU lehnt die Agro-Gentechnik bisher ab. Die mitgelieferten Materialien für den Unterricht halten die Kritiker für einseitig.

Was meinst Du?

18.25% (23)

Besser wäre es, die Labore für andere Themen im Biologieunterricht zu nutzen, die nicht so umstritten sind. Dann könnten Alle etwas lernen, ohne gezielt beeinflusst zu werden.

10.32%

(13)

Vielleicht kommen dadurch einige SchülerInnen auf die Idee, ein naturwissenschaftliches Fach zu studieren. Für die Forschung und die Wirtschaft wäre das positiv. Dafür ist es auch in Ordnung, die Vorteile der Agro-Gentechnik zu betonen.

 

69.05% (87)

Diese Labors braucht es gar nicht. Viel wichtiger ist, im Unterricht über ethische Fragen der Gentechnik zu sprechen. Dafür benötigen die Schulen gutes Lehrmaterial, die beide Seiten der Debatte darstellen.

2,38%

(3)

Das kann ich nicht beurteilen.

Gentechnik und Tierversuche

(Foto: Berndt Fankhauser / pixelio.de)

In vielen europäischen Medien, unter Politikern und Wissenschaftlerinnen wird momentan über eine Studie der Universität Caen in Frankreich diskutiert. Laut deren Ergebnissen führt die Fütterung mit Gentechnik-Mais bei Ratten zu Krebserkrankungen und frühem Tod. Die Forscher setzten für die Untersuchung 200 Ratten ein, sie dauerte zwei Jahre.  Um zu wissen, ob gentechnisch veränderte Organismen für unsere Gesundheit gefährlich sind, müssen letztendlich solche Tierversuche durchgeführt werden. Viele Menschen lehnen allerdings Experimente ab, bei denen Tiere leiden müssen. Man kann sich daher auch fragen, ob die Zahl der Tierversuche reduziert werden könnte, wenn keine gentechnisch veränderten Pflanzen für Lebens- und Futtermittel mehr entwickelt würden. Doch für die Gentechnik- und Chemieindustrie sind diese Pflanzen und die dazu passenden Spritzmittel ein lukratives Geschäft.

Was meinst Du?

17,65%

(6)

So lange es gentechnisch veränderte Pflanzen gibt, muss es auch Tierversuche geben, weil nur so die Risiken für Menschen und andere Tiere festgestellt werden können.

11,76%

(4)

Die Industrie schafft mit ihren Gentech-Pflanzen wirtschaftliches Wachstum und Arbeitsplätze. Dafür sind Tierversuche nur ein kleines Opfer.

 

64,71%

(22)

Tiere sollten nicht in Experimenten leiden müssen, nur damit die Gentechnik-Industrie mit neuen Produkten Geld verdienen kann. Für biologisches Obst und Gemüse braucht es keine Tierversuche.

5,88%

(2)

Das kann ich nicht beurteilen.

Gentechnisch veränderte Baumwolle

Viele Kleidungsstücke bestehen aus Gentechnik-Baumwolle (Foto: Simone Knorr)

T-Shirts, Jeans, Strümpfe: Unsere Kleidung besteht überwiegend aus Baumwolle. Doch der Großteil der heute auf konventionelle Art hergestellten Baumwolle ist gentechnisch verändert, z.B. um Insekten durch ein selbst produziertes Gift abzuwehren. Die Nutzung dieser Gentech-Pflanzen wird von KritikerInnen nicht nur mit Umweltschäden in Verbindung gebracht, sondern auch mit wirtschaftlichen und sozialen Problemen vieler Kleinbauern in Entwicklungsländern. Manche Organisationen fordern daher ein Verbot der Gentechnik-Baumwolle. Aber können wir auch durch unser Verhalten etwas ändern?

Was meinst Du?

0%

Wir können da gar nichts machen. Es ist die Sache von Politik und Unternehmen, die Situation der Landwirte zu verbessern und auf den Umweltschutz zu achten.

76%

(19)

Mit unserem Kaufverhalten können wir einen Teil zur Lösung des Problems beitragen. Manchmal tut es auch ein Kleidungsstück von Freunden oder vom Flohmarkt. Wenn weniger produziert werden muss, braucht es auch weniger (Gentech-)Baumwolle.

 

24%

(6)

Wo ist das Problem? Die meisten Menschen wollen günstige Kleidung, also brauchen wir günstige Baumwolle, auch wenn sie gentechnisch verändert ist.

0%

Das kann ich nicht beurteilen.

Das Spritzmittel Glyphosat

(Foto: Volker Gehrmann)

Große Firmen verdienen viel Geld mit dem giftigen Spritzmittel Glyphosat. Es wird weltweit zur Unkrautbekämpfung eingesetzt - in Großbetrieben, bei Hobbygärtnern und insbesondere dort, wo gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden. Vom Acker gelangt es schließlich auf unsere Teller. Kritiker fordern daher ein Verbot des Herbizids.

Was hältst du davon?

92,31% Dieses Spritzmittel ist ein Gesundheitsrisiko für Menschen und schädigt die Umwelt. Es sollte daher verboten werden. Ökologische Landwirte kommen sowieso ohne aus.
7,69%
Landwirte brauchen wirkungsvolle Spritzmittel, um ihre Ernte zu schützen. Ökologische Landwirtschaft ist zu teuer.
0,00%Kann ich nicht beurteilen.

EU: Nationale Gentechnik-Anbauverbote

(Foto: Informationsdienst Gentechnik)

Da es innerhalb der EU häufig keine Einigung über die Anbauzulassungen von gentechnisch veränderten Pflanzen gibt, soll das EU-Recht jetzt verändert werden. Es gibt den Vorschlag, Mitgliedsländern das Recht einzuräumen, ein Verbot in ihrem jeweiligen Land zu verhängen, auch wenn die Pflanze in der EU zum Anbau zugelassen ist.


Wie ist deine Meinung?

31.43% Ich finde das richtig. Jedes Land sollte selbst bestimmen, ob es Gentechnik anbauen will oder nicht.
27.14%
Alleingänge finde ich schwierig. Die EU-Mitgliedsländer sollten sich gemeinsam einigen und dafür sorgen, dass es einen einheitlichen EU-Binnenmarkt gibt.
41.43%Es kommt darauf an. Nationale Anbauverbote finde ich prinzipiell gut. Wenn Kritiker damit jedoch ruhig gestellt werden sollen und in einigen Ländern umso mehr Gentechnik angebaut wird, bin ich dagegen.

BASF verlegt Gentechnik-Geschäft in die USA

(Foto: Simone Knorr)

Wegen mangelnder Akzeptanz bei Verbrauchern, Landwirten und in der Politik zieht die BASF ihre Agro-Gentechnik-Sparte aus Deutschland ab. Ein Grund zur Freude?


Wie ist deine Meinung?

50.21% Ich bin unsicher. Die Zentrale wird in die USA verlegt - das Problem ist nicht gelöst, sondern nur örtlich verschoben. Die BASF will sich außerdem alle Optionen offen halten.
33.48%
Auf jeden Fall! Das ist ein Erfolg der Bewegung gegen Agro-Gentechnik und eine vernünftige Entscheidung der BASF, die mit ihren Produkten hier nicht überzeugen konnte.
16.31%Nein, denn wenn in Deutschland weniger geforscht wird, werden Chancen vergeben und es schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland.

Mehr Zustimmung durch Nutzen für Verbraucher?

(Foto: Simone Knorr)

Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher lehnt Gentechnik im Essen und in der Landwirtschaft ab. Vielleicht wäre das anders, wenn die Agro-Gentechnik ihnen einen direkten Nutzen verschaffen würde.

Was meinst du, würdest du die Agro-Gentechnik eher befürworten, wenn sie dir als Verbraucher/in einen konkreten Nutzen bringen würde? 

80.77% Ich lehne Gentechnik in der Landwirtschaft grundsätzlich ab. Die Natur liefert uns alles, was wir brauchen.
11.54%
Ich weiß nicht, vielleicht würde mich ein Nutzen überzeugen.
7.69%Ja, gesünderes Gemüse, knackigeres Obst - gern auch mit Gentechnik!

Agro-Gentechnik - ein totes Pferd?

(Foto: Simone Knorr)

In einer Verbände-Erklärung anlässlich der Gentechnik-Lobby-Veranstaltung „InnoPlanta Forum“ wird die Regierung in Sachsen-Anhalt dazu aufgefordert, Gentechnik in der Landwirtschaft nicht länger zu unterstützen: „Wir legen der Landesregierung nahe, eine alte Indianerweisheit zu beherzigen: Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“

Wie ist deine Meinung dazu?

53,25%Ja, die Agro-Gentechnik hier in Deutschland ist so gut wie gescheitert. Es gibt kaum noch Anbau und die Verbraucher lehnen Gentechnik im Essen nach wie vor ab.
44,81%
Nein, die Agro-Gentechnik spielt immer noch eine wichtige Rolle, denn sie wird mit Millionen-Beträgen gefördert und deutsche Unternehmen wie die KWS, Bayer und BASF mischen auf dem internationalen Gentechnik-Markt kräftig mit.
1,95%Das kann ich nicht beurteilen.

Gentechnik im Tierfutter

(Foto: Simone Knorr)

Der Anbau von gentechnisch veränderter Soja in Südamerika ist sehr umstritten, u.a. wegen der Verwendung von Chemikalien (mehr Infos). Gentechnik-Soja wird massenweise nach Europa exportiert, um hier ins Tierfutter zu wandern. Tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Eier, die mit Gentechnik im Futter hergestellt sind, müssen jedoch nicht dementsprechend gekennzeichnet sein. Sollte es eine Kennzeichnung für Produkte geben, die mit Gentechnik-Pflanzen im Tierfutter hergestellt werden?

Was sagst du dazu?

98.48%Ja, ich will wissen, was im Tierfutter enthalten ist und nicht unwissentlich Gentechnik im Essen und den Gentech-Anbau unterstützen.
1.52%
Nein, denn für mich zählt nur das Endprodukt, egal wie es hergestellt wurde.
0%Ist mir egal.

Atomkraft und Gentechnik

Atomkraft und Gentechnik - zwei Risiko-Technologien, die in diesen Tagen oft verglichen werden.

Wie stehst du dazu?

89,04%Ich finde den Vergleich passend. Beides sind Risiko-Technologien, deren Folgen man nicht rückgängig machen kann. Und dennoch wird uns beides von Firmen als sicher verkauft, die viel Geld damit machen.
9,59%Ich finde den Vergleich problematisch, weil die grausamen Auswirkungen der Atomkraft bereits ganz direkt auf Menschen wirken. Bei der Gentechnik steht Vieles noch in den Sternen.
1,37%Ich weiß nicht, da hab ich noch nie drüber nachgedacht.

Gentechnik-Kartoffel Amflora

(Foto: Simone Knorr)

Gut oder schlecht? Die BASF wird ihre Gentechnik-Kartoffel dieses Jahr nicht mehr in Mecklenburg-Vorpommern anbauen. Dafür aber auf zwei Hektar in Sachsen-Anhalt. Die Fläche ging damit im Vergleich zum Vorjahr von 15 auf 2 Hektar zurück.

Was sagst du zum Anbau von 2 Hektar in Sachsen-Anhalt?

76,21%Schlechte Nachricht! Jede Gentech-Kartoffel auf dem Acker ist eine zu viel.
12,12%Frech, jetzt probieren sie es in Sachsen-Anhalt, weil sie in Mecklenburg-Vorpommern wegen der vielen Proteste nicht weiter gekommen sind.
11,52%Gute Nachricht! Je weniger Gentechnik-Anbau, desto besser.

Das Wörtchen "Gen"

(Foto: Simone Knorr)

"Gen-Food" oder "Gen-Pflanzen" bezeichnen Lebensmittel und Pflanzen, die gentechnisch verändert sind oder in deren Produktionsprozeß Gentechnik-Pflanzen zum Einsatz kamen. Da das Wort "Gentechnik" lang ist, wird es oft mit "Gen-" abgekürzt und eigentlich wissen alle, was gemeint ist. Es gibt aber Stimmen, die die Bezeichnung "Gen-Food" für irreführend halten. Klar, weil alle Lebewesen aus Genen bestehen. Es könnte der Eindruck entstehen, so die Kritik, dass nur gentechnisch veränderte Pflanzen Gene enthalten.

Daher die Frage: Ist die Bezeichnung "Genfood" korrekt?

37,21%Gene sind überall drin, deshalb finde ich die Bezeichnung "Genfood" irreführend.
32,56%Kurz, praktisch, gut. Ich sehe da kein Problem.
30,23%Gen-, Gentech-, Gentechnik - Hauptsache wir wissen alle, was gemeint ist.